Cthulhu: die zweite Sitzung

Wird Zeit, dass ich berichte, wie es in unserer Cthulhu-Runde weiterging – schließlich liegt die letzte Sitzung schon wieder einige Wochen zurück.

Wo waren wir stehen geblieben?

Wir hatten in der Sitzung zuvor den Plan gefasst, in das Herrenhaus unseres verstorbenen (Groß-)Onkels einzubrechen, um näheres über den dubiosen Orden herauszubekommen, der sich dort eingenistet hat.
Zu dieser Tat hatten sich zwei der Spieler (die Varieté-Tänzerin und der Barpianist – für alle, die den letzten Blogeintrag zu dem Thema noch gegenwärtig haben) bereiterklärt, während wir anderen ein perfides Ablenkungsmanöver durchführten. Wir hatten die neuen Hausherren – nämlich die Oberen dieses Ordens – zu einem Abendessen geladen, bei dem sich die Familie des Verstorbenen und seine überraschenden Erben mal näher kennenlernen sollten.

Es kam natürlich anders

Zunächst lief alles nach Plan. Der Chef des „Ordo Luminis“ nahm die Einladung an, unsere beiden Mitstreiter bereiteten sich auf ihren „Bruch“ vor – und ich ließ meinen Charakter noch mal ein wenig nach dem Orden stöbern, was aber kaum etwas erbrachte, außer dass dieser bereits seit einigen Jahrzehnten in England existierte.
Auch als der Abend kam und der Gast erschien – gewisse Schwierigkeiten mit NSC-Sippenmitgliedern lasse ich hier mal aus, das geht außerhalb der Familie auch niemanden was an … 🙂 – gabs noch keine Probleme. Wir plauderten ein wenig und mein Charakter zeigte sich – sogar ehrlich – an der Arbeit des Ordens interessiert. Vor allem über die Forschungen in Norddeutschland wollten wir ein wenig mehr herausbekommen, was aber jäh unterbrochen wurde …

Denn unsere Mitstreiter hatten derweil mit einer fadenscheinigen Begründung das Haus betreten („beim gestrigen Besuch Ohrring vergessen“ – der Hausdiener war aber auf unserer Seite) und durchsuchten es. Vor allem die merkwürdige Patientin im Obergeschoss war von Interesse. In dem Moment aber, als das Obergeschoss betreten wurde, schreckte der Ordensboss auf unserer Party auf, beschuldigte uns eines abgekarteten Spiels und brach sofort zum Herrenhaus auf. Wir folgten ihm – natürlich alles abstreitend – während er uns ins Gewissen redete, dass diejenigen, die im Haus seien (woher wusste der das?) in höchster Gefahr schwebten.
Für unsere „Einbrecher“ ging es dennoch gut aus. Eine Art Kraftfeld hielt die „Patientin“ gefangen. Es wurden ein paar vage Hinweise gefunden, aber nichts Konkretes. Und ehe der neue Hausherr – nebst uns – herbeigeeilt kam, waren die beiden auch wieder verschwunden.
Dennoch war es für uns recht peinlich – der Hausdiener hat natürlich gequatscht (immer diese NSCs!) – wir mussten uns die ein oder andere Vorhaltung anhören und wurden gebeten, am folgenden Abend noch einmal vorstellig zu werden. Dann sollten uns einige Hintergründe erläutert werden.

Der Wahnsinn!

Die folgenden 24 Stunden wollten natürlich genutzt sein. Wir hatten mit dem Wissen über die gefährliche Patientin natürlich etwas gegen die „Erbschleicher“ in der Hand. Ein kleiner anonymer Hinweis an die Behörden hätte sie sicher schon jetzt in arge Bedrängnis bringen können. Doch damit nicht genug – wir wollten außerdem noch herausbekommen, was der Ordo Luminis an den Hünengräbern im Lüneburger Raum zu Schaffen hatte.
Es begann als munterer Sonntagsausflug in die Sommerfrische. Unsere Truppe hoffnungsfroher Möchtegern-Erben fuhr mit dem Zug aufs Land hinaus, um bei uralten Gräbern nach Hinweisen zu suchen, die den Orden weiter dikreditieren könnten.
Wir waren so naiv!
Es galt, zwei Hünengräber abzuklappern. Das erste zeigte merkwürdige Gravuren, die … Dinge darstellten, die ein gesunder Geist nicht erkennen kann. Über das getrocknete Blut, das wir dort entdeckten, machten wir uns nur wenig Gedanken.
Selbst als man im nächsten Ort von verschwundenen Kindern murmelte, behielten wir unsere Naivität bei.
Als wir bei dem zweiten Grab aber einen grausigen Fund machten – und schließlich beschossen wurden … da war es fast schon zu spät. Ein bewaffneter Mann kam aus dem umliegenden Wald gewankt. Wir erkannten ihn aus unserer Deckung als einen Mitarbeiter des Ordens. Zunächst beschuldigten wir uns gegenseitig der grausigen Tat, deren Hinterlassenschaften wir gerade entdeckt hatten.
Schließlich gelang es uns tatsächlich, uns gegenseitig von unserer Unschuld zu überzeugen. Ja, der Ordo Luminis war unschuldig! Wer hätte das gedacht? 🙂
Leider war es mal wieder mein Charakter, der für diese Erkenntnis bezahlen musste. Um uns letztlich von der Existenz übernatürlicher Dinge zu überzeugen, zeigte uns der Ordensmann seinen Arm … der nichts Menschliches mehr an sich hatte. „Ein Souvenir von einem früheren Einsatz“, sagte er nur.
Dieser tentakelige Anblick hat meinem Seelenheil schweren Schaden zugefügt.

Neue Jobs

Um diese beeindruckenden Erfahrungen reicher kehrten wir nach Hamburg zurück und trafen uns schließlich mit dem Ordenschef, der uns einige Hintergründe erklärte, uns versicherte, auf der Seite des „Guten“ zu stehen – und uns ein Angebot machte, dass wir nicht ausschlagen konnten …
Und so streiten wir künftig für den Orden, den wir ursprünglich bekämpfen wollten. Unser erster Auftrag wird uns natürlich zurück ins Hamburger Umland führen, um die Umtriebe der Kultisten, die selbstredend hinter allem stecken, zu vereiteln.

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