Aug 022012
 

Nun läuft der dritte „Nolan-Batman“-Film ja schon seit einiger Zeit in den Kinos – und es zeichnet sich immer mehr ab, dass die Meinungen im Kinovolk extremst auseinandergehen. Die Rezensionen aus Blogs und „Qualitätsmedien“, die so langsam hereinflattern reichen in ihrem Urteil von „Grandioser Abschluss der Trilogie“ bis „Das war nix!“

Mit meiner Meinung dazu habe ich nicht hinterm Berg gehalten. Jemand aus meiner Timeline brachte es wie folgt auf den Punkt (ich mag eingebettete Tweets …):

Aber vielleicht liegen wir Meckerköppe ja auch falsch. Daher ein kleiner Überblick über die Meinungen.

Erst mal drei exemplarische Pro-Rezensionen mit deren Hauptargumenten

Edieh BlogKritik: The Dark Knight Rises
Die Pro-Argumente: Mein hochgeschätzter Ausgespielt-Kollege @docron lobt zunächst die komplette Darstellerriege und die von ihnen verkörperten Charaktere. Seiner Ansicht nach alles erste Sahne. Dann hat ihn der Film schlicht und einfach berührt. Die unerwarteten Wendungen in der Handlung haben ihn angenehm überrascht. Der sozialkritische Aspekt hat ihn überzeugt, für ihn machte die Handlung deutlich, dass unter der dünnen Tünche der Zivilisation in jeder Gesellschaft Chaos und Anarchie brodeln. Schließlich gefiel ihm die Ausstattung und der bewusste Rückgriff auf „klassische“ Spezialeffekte – in 2D!
Einschränkungen: Einige arg konstruierte Plotpunkte, Entfernung vom Realismus der ersten Teile, schlechte Synchro
Überzeugt mich das? Kaum. Die meisten Ansichten teile ich schlichtweg nicht. Ja, viele Darsteller sind grandios (naja, zwei) – aber die Charaktere sind fast allesamt blass. Die sogenannte Sozialkritik in dem Film halte ich für lächerlich bis peinlich. Teile der Ausstattung sind tatsächlich nett (da ich 3D eh nicht gucken kann, findet der bewusste Verzicht darauf natürlich generell mein Wohlwollen) – die paar Computer-Effekte sind dagegen aber besonders mittelmäßig. Die einschränkenden Punkte bewerte ich höher – und mich hat’s im Gegensatz zu Ron halt einfach nicht gepackt.

FictionfantasyThe Dark Knight Rises
Die Pro-Argumente: Gute Auseinandersetzung mit der Figur des Batman – „Was stellt Batman dar, was verkörpert er und was kann er mit seiner Art, die Dinge zu lösen, erreichen?“ Auch dem Rezensenten @phantasteglseer gefällt der gesellschaftliche Ansatz und die „Diktatur des Volkes“, die der Bösewicht mal eben in Gotham errichtet. Der mit der Wiederaufnahme der „Gesellschaft der Schatten“ geschlagene Bogen zum ersten Teil der Trilogie begeistert ihn ebenso. Schließlich war auch er tief berührt von der Glorifizierung des „Symbols Batman“ – „Fans der Figur Batman werden vor Glück über diesen Film die Tränen kommen …“
Einschränkungen: Die Bösewichter kommen ein wenig blass daher.
Überzeugt mich das? Überhaupt nicht! Ich halte mich für einen großen Fan der Figur Batman – aber mir kamen eher die Tränen über die zahlreichen Längen und Klischee-Szenen in der Handlung. Diesen gesellschaftlich völlig unrealistischen Quatsch zur tiefgründigen Kritik am (real existierenden) Kommunismus hochzudeuten halte ich mindestens für gewagt. Die Auseinandersetzung mit Batman ist Grundbedingung für einen Batman-Film – überragend fand ich diesen Aspekt dann auch nicht. Und die Verbindung zur „Gesellschaft der Schatten“ und somit den ersten Teil der Trilogie fand ich einfach zu konstruiert.

PhantanewsTHE DARK KNIGHT RISES zur Perfektion
Die Pro-Argumente: Ehrlich gesagt kaum Konkretes. Der Rezensent ist einfach ganz grundsätzlich begeistert. Er hält den Film für „erstklassiges Action-Kino“ mit „unvergesslichen Effekten“. Auch er schwärmt von der Sozialkritik, die er sogar in biblische Gefilde überhöht.
Einschränkungen: Fast gar keine … „Ja, er hat Längen …“
Überzeugt mich das? Nicht im Geringsten. Welchen Film hat der gesehen? Gerade die Actionszenen waren geradezu bieder und plump. Und ich bin ja nun wirklich ein eingeschworener Batman-Fan, der sich von entsprechendem Pathos mehr als bereitwillig mitreißen lässt. Da hat mich aber nun mal gar nichts mitgerissen.

Und jetzt drei Contra-Rezensionen:

Hier will ich das Schema etwas brechen und nur die jeweiligen Hauptargumente skizzieren. Überzeugt bin ich da eh … :)

Ukonio.deBatman tritt ab | Film-Kritik: „The Dark Night Rises“
Machen wir den Anfang mit meinem „Verriss“ – mich hat der Film (auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen) einfach nicht gepackt und ich versuche dies hier – mühsam, wie ich gestehen muss – zu begründen. Letztlich hab ich all meine Argumente schon oben angeführt.

Fandom ObserverPatriotisches Wortgeklingel – „The Dark Knight Rises“
Der @fandomobserver tut sich ähnlich schwer, sein Missfallen an einem konkreten Punkt festzumachen – abgesehen von den zahlreichen Aspekten, die auch ich schon genannt habe. Er versteigt sich vielleicht ein wenig zu sehr auf die Tatsache, dass der Film auf FSK 12 zurecht gemacht ist und die diversen Kampf- und Action-Szenen daher blass und zahnlos wirken. Das ist sicher nicht ganz falsch – aber auch mehr Blut und Headshots hätten den Film nicht besser gemacht.

Fünf FilmfreundeThe Dark Knight Rises (Review)
Zum Glück aber gelingt es den @f5 die ganze Misere perfekt in Worte zu fassen. Als eines der überzeugenden Argumente sei hervorgehoben, dass Nolan daran versagt hat, die Stadt Gotham und ihre Bevölkerung – immerhin eine der Hauptfiguren des Batman-Kosmos – auch nur halbwegs adäquat darzustellen. Und genauso ist es: „Gotham ist [in diesem Film] eine absolut aseptisch-tote Stadt“ – Nuff said!
Hier wird auch mein eher gefühlsmäßiger Eindruck ausgesprochen, dass alles mit heißer Nadel gestrickt wurde und der Schnitt schlichtweg schlecht ist.
Alles in allem die perfekte Rezension zu diesem Film – weil alles stimmt und auch gut begründet wird.

Nur in einem schießt sie über das Ziel hinaus: Ich halte die ersten beiden Nolan-Batmans für großartig und finde den generellen Realismus-Ansatz gut – weil er zu Batman (im Gegensatz zu anderen Comic-Helden) gut passt.
Er wurde in Teil drei nur nicht mehr konsequent genug umgesetzt.

  3 Antworten zu “The Dark Knight Rises: Batman scheidet die Geister”

  1. Ich bitte den Autor zu beachten der am Artikel steht. Es war nicht “der @PhantaNews” sondern “der Bandit”. :) Da ich den Film noch nicht gesehen habe, kann ich mir persönlich gar kein Urteil erlauben.

    Vielleicht sollte ich mal daran arbeiten, dass die Autoren unter dem Artikel deutlich genannt werden …

    • Oh … das wird umgehend korrigiert. Vielleicht sollte ich auch daran arbeiten, genauer zu lesen. :)
      War mir gar nicht bewusst, dass bei den PhantaNews mehrere Autoren tätig sind.

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