NaNoWriMo 2012 – Bilanz nach einer Woche

50.000 Wörter in 30 Tagen? Na loggesch!

Eines kann ich zumindest schon nach einer Woche mit Fug und Recht sagen: Spaß macht er, der NaNoWriMo – und zwar ne ganze Menge! Da bin ich mit den Schreibdilettanten ganz einer Meinung.

Und wenn ich auch noch eine ganze Ecke vom aktuellen Soll entfernt bin (mit dem heutigen Tag müsste ich eigentlich schon knapp 12.000 Wörter erreicht haben – aktuell stehe ich bei 3.600), hat mir diese Schreibübung schon jetzt eine ganze Menge gebracht. Allein die Disziplinierung wirklich jeden Tag zu schreiben und wenn’s auch nur ein paar Silben sind (na gut … einen Tag hab ich zugegebenermaßen schon ausgesetzt) schult immens.

Normalerweise bin ich in solchen Dingen ja vor allem im Schlussspurt immer gut. Aber mit jedem Tag, den ich unter dem Durchschnittswert von 1.667 Wörtern bleibe, schiebe ich eine größere Welle noch zu schreibenden Textes vor mir her. Ob ein finaler Kraftakt da noch reichen wird …?

Wie geht’s weiter?

Neben der Möglichkeit, seinen Writing Buddies zu folgen (unter denen bin ich immerhin nicht mehr letzter!), bietet die NaNoWriMo-Seite auch ein wunderbares Statistik-Tool, das einem genau aufzeigt, wieviele Wörter man bislang durchschnittlich pro Tag produziert hat – und wieviel man jeden restlichen Tag noch in die Tastatur kloppen müsste, um das Ziel der 50.000 zu schaffen.

Im Schnitt hab ich bis jetzt gut 500 Wörter an jedem Tag gerissen. Putzig, ich weiß. Die letzten Tage sind da etwas produktiver geworden – da wurd’s durchaus schon mal vierstellig. Um zum 30. November fertig zu werden, müsste ich ab sofort aber jeden Tag 2.000 Wörter schreiben. Naja … eine Herausforderung …

io9 kommt pünktlich zur ersten Woche mit ein paar netten Tipps um die Ecke, wie man seinen Text auf jeden Fall zu Ende kriegt. Vor allem die Idee, gleich schon mal das Ende zu schreiben, finde ich überdenkenswert. Allerdings war ich noch nie so ein erfolgreicher Durcheinanderschreiber. Ich hab das früher mal versucht, Szenen nach Gusto und nicht chronologisch zu schreiben – ist nix für mich.

Woran liegt’s?

Gar nicht mal an der Disziplin. Die geplanten Zeitfenster (vor allem die U-Bahnfahrten von und zur Arbeit) fülle ich immer ganz brav mit Schreiben aus. Diese Zeitfenster erweisen sich schlicht als zu klein. Es kündigen sich da noch ein paar Zeitlöcher in der zweiten Monatshälfte an, die ich ggf. nutzen kann. Sollte ich aber meine Tippgeschwindigkeit nicht locker verdoppeln, wird’s wohl eng.

Dranbleiben!

Ich werd aber den Teufel tun und deswegen die Segel streichen. Dafür macht mir das ganze – und vor allem auch mein Text – viel zuviel Spaß. Da kommt jetzt mit sicherheit nichts Nobelpreis-würdiges bei raus. Aber lesenswert dürfte es schon werden. Und ich bin wieder im Fluss. Sollte ich wirklich irgendwann mal einen richtig guten Roman aus mir rausholen, wird mir das nur gelingen, wenn ich fleißig übe.

Also, weiter geht’s!

6 Gedanken zu „NaNoWriMo 2012 – Bilanz nach einer Woche“

  1. Das hört sich aber alles doch ziemlich gut an, was Du da schreibt. Die Sache mit dem Zeitfenster kann ich sehr gut nachvollziehen. Eine durchaus interessante Erfahrung. Ich glaube, man schätzt die Zeit sehr oft falsch ein, wenn man nicht täglich sehr viel schreibt.

    Das Ende zuerst schreiben? Puh! Und was macht man, wenn sich einer der Charakter im Laufe des Schreibens hier zu da selbständig macht? Das passiert sehr vielen Autoren. Nicht umsonst gibt es Alternative Enden. Vielleicht geht es aber auch nur das Ziel besser vor Augen zu haben, dann schreibt man auf etwas Vorhandenes zu. Es ist nicht so abstrakt wie die 50.000 Wörter. Das ist jetzt selbstverständlich nur eine kühne These.

    Ich wünsche für die weiteren Tage gutes Gelingen und bin gespannt, wie es weiter geht.

    LG
    Jo

  2. Für mich ist das Ziel gar nicht so sehr, tatsächlich die 50.000 Worte zu schaffen. Im Moment gehe ich auch nicht davon aus, dass mir das gelingt. Ich habe den nötigen Schnitt erst an einem Tag geschafft.
    Ich finde am NaNoWriMo das hilfreich, was du auch andeutest: man gewöhnt sich selbst daran, täglich zu schreiben, auch wenn man mal keine Lust hat. Und wenn man sich nur ransetzt, um 100 Worte zu schreiben – meist werden es dann doch mehr. Also, halt durch!
    (Und „zum Glück“ sind auf meiner Bahnstrecke noch die nächsten Jahre Bauarbeiten, so habe ich dann oftmals zehn oder 15 zusätzliche Minuten zum Schreiben 😉 ).

  3. Vielleicht ein Tipp von mir, wie Du etwas schneller schreiben kannst.
    Ich arbeite mit Szenen. Ich sehe vor mir, wer drin agieren wird, wer etwas sagen wird, was er sagen wird (ungefähr) und wie die Szene endet. Dann höre ich nicht eher auf, als bis die Szene zu Ende ist.
    Bedeutet für uns NaNoWriMo-Schreiber, da wir ja die Überarbeitung, also auch die Fehlerkorrektur hintenan setzen können: Erst mal nur schreiben. Versuch es mal.

    1. Hm … eigentlich schreibe ich genauso, wie Du es gerade beschreibst.
      Bleibt mir hat nix übrig, wenn die U-Bahnfahrt vorbei ist. Dann muss ich den Laptop zuklappen … 🙂

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