Lesetipp: Die Welt ohne uns

Dieses Buch hab ich jetzt auch schon seit gut einer Woche ausgelesen und kann es nur empfehlen. In der ersten Hälfte mangelte es mir zwar ein wenig am roten Faden – dennoch war’s von Anfang bis Ende ein spannender und interessanter Lesegenuss.
Ein bisschen nervt mich ja die amerikanische Unart, in Sachbücher immer auch persönliche Eindrücke des Autors aus seiner Recherche einfließen zu lassen. Was interessiert es mich, ob dieser oder jener Dialogpartner jetzt schlank, kräftig, schweigsam oder mitteilungsbedürftig ist? Das fügt den Fakten, die ein Sachbuch naturgemäß vermitteln soll, nicht den geringsten Mehrwert hinzu. Aber das ist ein Detail, das mich nur ganz am Rande gestört hat.
Die Erkenntnis, wie schnell viele unserer Relikte spurlos vom Erdboden verschwinden, sollte es uns nicht mehr geben, fand ich schon überraschend. Ebenso, wie lange so manch anderes Relikt noch von unserem Dasein zeugen wird – Kunststoffe und Atommüll sind nur die schwerwiegendsten Beispiele.
Zudem lieferte der Autor auch unabhängig von diesem Grundgedanken eine ganze Menge interessanter Fakten.
Am Ende des Buches fehlte mir ein ganz klein wenig das konkrete Fazit. Warum das alles erzählen? Einfach nur, um die allseits bekannte Vergänglichkeit der Dinge darzustellen? Als Aufruf, pfleglicher mit der Umwelt umzugehen?
Auch wenn es ein sehr spannendes Gedankenexperiment ist, und ich ne Menge Dinge gelernt habe – ein bisschen stellte sich mir am Schluss doch die Frage, was das Buch jetzt genau wollte.
Das soll meiner eingänglichen Empfehlung aber keinen Abbruch tun. 🙂

Neu: "CthulhuTech" und "The Trail of Cthulhu"

Wie mir aus gut unterrichteter Quelle zugespielt wurde, starten in diesem Jahr gleich zwei neue (englischsprachige) Rollenspielsysteme, die auf dem Lovecraftschen Cthulhu-Mythos basieren.

Ersteres nennt sich CthulhuTech und klingt auf den ersten Blick recht interessant. Das Ganze spielt ca. hundert Jahre in der Zukunft. Die Menschheit hat mit der Zeit gelernt, einige Geheimnisse des Mythos gezielt anzuwenden und daraus eine Technologie entwickelt, die aus heutiger Sicht wie dunkelste Magie wirkt – was sie zum großen Teil wohl auch ist.
Leider hat dies die Aufmerksamkeit gewisser kosmischer Kräfte auf sich gezogen und die Menschheit auf so manche harte Probe gestellt. Momentan wird fast der halbe Planet von den Migo beherrscht. Dagegen steht die „Neue Weltregierung“ (im Original NEG – New Earth Government), die sich tapfer gegen alle Bedrohungen stemmt.
Was in meinen Augen leider etwas abschreckend klingt ist, dass als weiteres Element ein kräftiger Schuss japanisches Anime-Genre hinzugemischt wurde. Die Spieler können in riesigen Mechas über die CthulhuTech-Erde stapfen, um darin cthulhoide Monster zu bekämpfen.
Für mich entwertet das die zunächst interessante Grundidee total.
Wenn es auch nicht direkt auf dem Cthulhu-Mythos basiert, scheint mir das bereits erwähnte 40k-Szenario die bessere Wahl zu sein.

The Trail of Cthulhu“ basiert uneingeschränkt auf Lovecraft und spielt in den 30er Jahren. Der einzige Unterschied zu Pegasus’ Cthulhu scheint mir das Regelwerk zu sein. Wie groß sich „Gumshoe“ jetzt von den bekannten Systemen abhebt, ist auf den ersten Blick nicht abzusehen.

Scheibenwelt in Buch und Film

Wenn auch etwas verspätet möchte ich noch mal kurz ein paar Worte über zwei nicht mehr ganz so aktuelle Medienerzeugnisse aus dem Scheibenwelt-Universum verlieren.

„Schöne Scheine“: Ist nun auch schon wieder eine Weile her, dass ich ihn ausgelesen hab. Aber der letzte Scheibenwelt-Roman hat mir – wie es zu erwarten war – sehr gut gefallen. Zwar setzt sich der „Modernisierungs-Trend“ in Pratchetts Universum fort. Dennoch hatte diesmal auch die Magie wieder ihren Platz – was ich zumindest in den letzten Büchern (von den „Märchen“ mal abgesehen) mehr und mehr vermisst hatte.

„Hogfather“: Erst vor einer Woche kam ich dazu, mir diese (meines Wissens) erste Realverfilmung einer Scheibenweltgeschichte endlich mal komplett anzuschauen.

Was die Optik angeht war ich sehr angetan. Die Macher haben sich sehr an die von mir sehr geschätzten Zeichnungen von Paul Kidby angelehnt. Auch was Werktreue angeht, ist die filmische Umsetzung des Romans (der im Deutschen „Schweinsgalopp“ heißt) sehr gelungen.

Leider wird der Genuss stark durch einen Umstand getrübt, der auch nicht dadurch zu entschuldigen ist, dass es sich „nur“ um eine TV-Produktion handelt: Die Inszenierung ist dermaßen schleppend, dass man denken muss, dass nach all der teuren Optik kein Geld mehr für einen Regisseur übrig war. Den Dialogen fehlt jede Dynamik, die Schauspieler sprechen geradezu behäbig nacheinander ihre Texte runter – ähnlich das Schauspiel selbst.

Ich bin kein Experte – keine Ahnung, ob das vielleicht auch am Schnitt liegen mag. Auf jeden Fall wirkte der ganze Film, als würde er im ersten Gang über die Autobahn rasen wollen. Er kommt irgendwie nicht so recht in Fahrt.

Ein Blick in die IMDB belehrt einen natürlich, dass es sehr wohl einen Regisseur gab, der auch für das nächste Filmprojekt „The Colour of Magic“ (deutsch: „Die Farbe der Magie“ – der erste Scheibenwelt-Roman) verantwortlich zeichnet, das in diesem Jahr in England seine TV-Premiere feiern soll. Ich bin voll der Hoffnung, dass er seinem Job in diesem Fall etwas besser ausfüllt – und auch mal in die höheren Gänge schaltet.

Neu: Weiteres Warhammer-40k-Szenario

Wie Lorp.de berichtet, steht für das bald erscheinende Warhammer-40k-Rollenspiel „Dark Heresy ein zweites Test-Abenteuer names „Edge of Darkness zum kostenlosen Download bereit.
Ich selbst bin grade dabei den Vorgänger „Shattered Hope“ vorzubereiten – darüber in Kürze mehr.
Im Gegensatz zum Erstling, bei dem man mit vorgefertigten Charakteren spielen muss, liegen bei „Edge of Darkness“ Charakterbögen bei – macht das Ganze natürlich interessanter. Vielleicht schwenke ich ja kurzfristig noch um.