TV-Serien: Was ich (vorerst) abgebrochen habe

Veröffentlicht von Herr Kowski am

Man kann ja nicht alles gucken. Und da es da draußen noch so unglaublich viel zu lesen, anzugucken und sonstwie zu verkonsumieren gibt, muss man hin und wieder auch mal loslassen können – und zum Beispiel eine Serie abbrechen. Hier im Rahmen meiner kleinen TV-Rubrik sozusagen mein Serien-Abstellgleis.

Stand: 8.5.2017 | Wie immer gilt: Keine Spoiler zu befürchten.

Daredevil

  • Erstveröffentlichung: seit 2015
  • Anzahl Staffeln/Folgen: zwei Staffeln mit je 13 Folgen (Staffel drei in Arbeit)
  • Mein Guck-Stand: etwas die Hälfte des Pilotfilms
  • Worum geht’s: Nach dem eher mäßigen Kinofilm von 2003 ist dies ein erneuter Versuch, Marvels Mann ohne Furcht vom Comicheft in bewegte Bilder zu transformieren. Dabei ist diese TV-Serie ausdrücklich Bestandteil des Marvel Cinematic Universe, spielt also in derselben Welt wie „SHIELD“, „Agent Carter“ und die Marvel-Kinofilme. Die Hauptfigur dieser Serie ist als Kind bei einem Unfall erblindet – hat aber dadurch auch extrem verstärkte Sinne inklusive eines Radar-/Sonar-Sinnes erhalten. Aus Gründen beginnt er in späteren Jahren eine Karriere als Superheld. Wie das halt so läuft.
  • Wie isses: Das Netz jubelt ja schon seit dem ersten Tag der Veröffentlichung auf Netflix in höchsten Tönen. Ich bin mit der Figur Daredevil bisher ja nie so richtig warm geworden – obwohl es natürlich großartige Geschichten mit ihm gibt. Von der ersten Folge war ich allerdings mächtig enttäuscht und kann die Jubelarien nicht so recht nachvollziehen.
  • Abbruchgrund: Die erste Folge war schlicht und einfach unfassbar langweilig inszeniert. Auf das kurze Origin folgte ein viel zu langer Beicht-Monolog, dann eine kurze Batman-Szene im Containerhafen und dann weitere unheimlich schleppende und leblose Dialogszenen. Hier geht es mir wie schon bei Agents of SHIELD (s.u.) – vermutlich lautet die bittere Wahrheit, dass Marvel einfach keine Serien hinbekommt. Aber dafür sind die Comics und die Kinofilme ja wenigstens großartig.
  • Zweite-Chance-Chance: Also, wenn ich mal doll Langeweile hab und es sonst grad nichts zu gucken gibt, erhält die Serie natürlich noch mal eine Chance. Irgendwas muss ja dran sein, wenn ihr die alle so lobt. Vielleicht kommt sie nach ein paar Folgen ja in die Gänge.
  • Link: Daredevil bei Wikipedia

Agent Carter

  • Erstveröffentlichung: 2015-2016
  • Anzahl Staffeln/Folgen: zwei Staffeln mit acht bzw. zehn Folgen (abgeschlossen)
  • Mein Guck-Stand: Staffel eins Folge zwei
  • Worum geht’s: Die Abenteuer von Peggy Carter in den 40er Jahren nachdem Captain America vermeintlich über dem Atlantik gestorben ist. Die Serie knüpft direkt an den entsprechenden Kinofilm an und ist somit auch Teil des Marvel Cinematic Universe.
  • Wie isses: Nach dem, was ich so gehört habe, soll’s ganz gut sein. Die Trailer, die ich bislang so aufgeschnappt habe, fand ich jetzt eher mäßig. Aber das muss nichts heißen. Die ersten beiden Folgen waren dann durchaus etwas vielversprechender.
  • Abbruchgrund: Ach, ich weiß auch nicht. Soo der Burner war es dann halt doch nicht.
  • Zweite-Chance-Chance: Ist zumindest höher, als bei den reinen Netflix-Serien von Marvel, die mich ja mächtig enttäuscht haben.
  • Link: Agent Carter bei Wikipedia

Agents of SHIELD

  • Erstveröffentlichung: seit 2013
  • Anzahl Staffeln/Folgen: drei Staffeln mit je 22 Folgen
  • Mein Guck-Stand: die ersten 20 Minuten des Pilotfilms
  • Worum geht’s: Der supergeheime Geheimdienst SHIELD – dem Marvel-Comic-Fan längst ein Begriff und auch dem Freund der Comicverfilmungen von „Iron Man“ bis „Avengers“ kein Unbekannter mehr – muss auch ohne die großen Superhelden gegen die Bedrohungen dieser Welt antreten. Dabei ist die Handlung der Serie mehr oder weniger eng mit den Ereignissen der Filme verknüpft und somit ausdrücklich Bestandteil des Marvel-Cinematic-Universe.
  • Wie isses: Die erste Staffel soll verhältnismäßig mau sein – tatsächlich fand ich den Piloten schon so dermaßen langweilig, dass ich nach 20 Minuten abbrechen musste. Gegen Ende der ersten Staffel soll die Serie aber Fahrt aufnehmen – Staffel zwo soll dann richtig gut sein.
  • Abbruchgrund: Siehe oben. Der Pilot hat mich so überhaupt nicht vom Hocker gehauen.Tatsächlich fand ich ihn stinkend langweilig. Die Handlung kommt nicht in die Gänge, die blassen Charaktere ergehen sich in langatmigen Dialogen. Die Vorstellung, das jetzt 22 Folgen lang durchzuhalten, war nicht im mindesten verlockend.
  • Zweite-Chance-Chance: Ganz aufgeben will ich die Serie tatsächlich nicht, da es ja wie gesagt auch viel Gutes darin geben soll. Und es ist immerhin Marvel. Vielleicht mach ich mich irgendwann mal dran, ausgewählte Folgen aus Staffel eins zu schauen, um dann mit Staffel zwei noch mal richtig einzusteigen.
  • Link: Agents of SHIELD bei Wikipedia

House of Cards

  • Erstveröffentlichung: seit 2013
  • Anzahl Staffeln/Folgen: vier Staffeln mit je 13 Folgen (Staffel vier läuft gerade an)
  • Mein Guck-Stand: Folge eins
  • Worum geht’s: Im Grunde ein Polit-Thriller um den Kongressmann Frank Underwood, der Kalif anstelle des Kalifen werden will. Oder so …
  • Wie isses: Die Welt da draußen ist sich einig, dass die erste Staffel grandios, die zweite etwas zäh und die dritte wieder überwältigend ist. Ich fand ehrlich gesagt schon die erste Folge reichlich zäh. Das ist handwerklich alles hervorragend gemacht – aber irgendwie wollte es mich nicht packen.
  • Abbruchgrund: WAS?!? DU HAST HOUSE OF CARDS ABGEBROCHEN?!? Es tut mir ja auch leid – aber das hat mich in der ersten Folge alles nicht überzeugt. Schon die Grundprämisse (Politiker sind alles korrupte Machtschweine) finde ich etwas ermüdend. Und bis das mal in die Gänge kommt. 75% der ersten Folge wird immer nur behauptet, was für ein toller Intrigant Underwood doch ist – und seine große Tat am Ende ist dann, dass er einen Gesetzesentwurf an die Presse petzt. So ganz kaufe ich die Charaktere von ihm und seiner Frau auch nicht. Ja, sie sind ganz doll pöse und gnadenlos. Sie schmeißt Leute raus und er … Gläser auf den Boden – aber warum? Und dieses Mit-dem-Publikum-Sprechen ist auch arg gewöhnungsbedürftig.
  • Zweite-Chance-Chance: Der soziale Druck, diese Serie zu sehen, bleibt enorm hoch. Und vermutlich kommt das ganze ab Folge zwei auch in die Gänge. Die Chance, dass ich da noch mal weitergucke, ist daher recht hoch. Aber erst mal nicht.
  • Link: House of Cards bei Wikipedia

Vikings

  • Erstveröffentlichung: seit 2012
  • Anzahl Staffeln/Folgen: drei Staffeln mit je neun bzw. zehn Folgen (Staffel vier ist in Arbeit/läuft)
  • Mein Guck-Stand: Pilotfolge
  • Worum geht’s: Mehr oder weniger historisch akkurat werden das Leben und die Abenteuer einer kleinen Wikinger-Sippe beschrieben.
  • Wie isses: Hab viel gutes gehört. Soll sehr kurzweilig sein und zumindest das Gefühl historischer Akkuratesse vermitteln. Letzteres stimmt – ersteres nicht so.
  • Abbruchgrund: Die Bilder sind wirklich sehr hübsch. Tolle Landschaften, ansehnliche Kulissen und Kostüme. Aber der Pilotfilm ist unheimlich schleppend inszeniert. Man hat buchstäblich das Gefühl, dass die Handlung mit halber Geschwindigkeit vorangeht. Vermutlich hätte es geholfen, die ersten zwei, drei Folgen zu einer zusammenzuschneiden. Hat aber niemand gemacht.
  • Zweite-Chance-Chance: Hm. Weiß nicht. Das Szenario hat durchaus was – aber es hätte mich auch handlungsmäßig wie damals bei Rome mehr packen müssen. Ich glaube, das wird wohl erst mal nix.
  • Link: Vikings bei Wikipedia

Person of Interest

  • Erstveröffentlichung: seit 2011 (läuft noch)
  • Anzahl Staffeln/Folgen: vier Staffeln mit 22 bzw. 23 Folgen (Staffel fünf in Arbeit)
  • Mein aktueller Guck-Stand: Folge eins
  • Worum geht’s: Ein rätselhafter Milliardär rekrutiert einen Ex-Spezialagenten, um mit ihm Verbrechen zu verhindern, die eine künstliche Intelligenz vorausberechnet. Das ganze entwickelt sich wohl von einer Krimi-Geschichte zu handfester Science-Fiction, wenn die KI in den Vordergrund der Handlung tritt.
  • Wie isses: Gerade die späteren Staffeln sollen richtig gute SF sein. Schon die Pilotfolge ist spannend und macht durchaus Spaß.
  • Abbruchgrund: Tja, weiß gar nicht so recht. Irgendwie war es dann wohl doch nicht packend genug, um mich wieder an den Bildschirm zu rufen. Ruht erst mal.
  • Zweite-Chance-Chance: Doch, das nehme ich bestimmt irgendwann mal wieder auf. Wenn alles andere durchgeguckt ist …
  • Link: Person of Interest bei Wikipedia

The IT Crowd

  • Erstveröffentlichung: 2006-2013
  • Anzahl Staffeln/Folgen: vier Staffeln mit je sechs Folgen + ein Abschluss-Special (abgeschlossen)
  • Mein Guck-Stand: Staffel drei, Folge eins
  • Worum geht’s: Die IT-Abteilung einer britischen Firma und der alltägliche Wahnsinn, dem man dort begegnet.
  • Wie isses: Jetzt nicht böse sein, aber … also sooo doll find ich’s jetzt ehrlich gesagt nicht. Die meist ganz guten Gags werden oft durch unnötige Übertreibung wieder versaut. Ich hatte auch mehr popkulturelle Anspielungen und … naja … fachliche Gags erwartet. Dennoch: Man muss durchaus in jeder Folge ein, zwei Mal schmunzeln.
  • Abbruchgrund: Nachdem ich die zweite Staffel schon etwas besser fand – immerhin zwei Folgen daraus habe ich sogar als richtig gut befunden –, hat mich der Auftakt zur dritten Staffel dermaßen angeödet, dass ich hier endgültig einen Cut machen musste. Ich glaube, meine Enttäuschung hat viel mit meiner Erwartungsshaltung zu tun. Ich hatte mit dem witzigeren (weil britischen) Urvater der Big Bang Theory gerechnet und ein Feuerwerk aus popkulturellen und IT-bezogenen Gags erwartet. Ich bekam Mr. Bean vor einem Computer – mit etwas mehr Text.
  • Zweite-Chance-Chance: Nee … ich glaub nicht. Den Hammer-Gag mit dem Internet in der Schachtel hab ich auch so schon oft genug gehört.
  • Link: The IT Crowd bei Wikipedia

Bereits in dieser Reihe erschienen:


Kommentare ( 2 )

  1. AntwortenJo
    Bei Vikings kann ich das voll und ganz nachvollziehen, die habe ich nach Pilotfilm und 1,5 weiteren Folgen ebenfalls aufgegeben. Meine Kritik dazu kannst Du hier nachlesen: http://www.jos-truth.de/2014/05/vikings-irgendwie-enttaeuschend
  2. AntwortenOwley
    Ich habe AOS ein bisschen auf Eis gelegt, weil ich merkte, wie stiefmütterlich Marvel den Ableger behandelt. Die Serie ging in Season 2 ganz eigene Wege, und ich hoffe jetzt einmal, dass sie in Season 3 wieder näher zu den Filmen geht. Vielleicht schau ich ja mal wieder rein. Aber Season 1 kann ich dir auf jeden Fall empfehlen, die zweite Staffelhälfte haut echt rein. Und Season 2 ist ganz ordentlich. Aber alles in allem schon ein bisschen Guilty Pleasure ;-)