Schlagwort: Jäger & Sammler

Lego Minifiguren Serie 17

Classic Space ist wieder da

Gleich zwei Figuren drehen sich um das beliebte Thema Retro-Science-Fiction. Das unbestrittene Highlight ist hier natürlich der kleine Junge im Raketenkostüm mit selbstgemalter Classic-Space-Fahne – Lego-Bennys größter Fan. Und natürlich prangt das “richtige” Zeichen auf seiner Brust, was es unter anderem ermöglicht, zusammen mit dem Ritter aus Serie 9 und einer alten grauen Sauerstoffflasche von früher einen grauen Classic-Astronauten zu basteln. Der Buck-Rogers-artige Retro-Raumfahrer soll hier aber kaum geringer geschätzt werden. Mit seiner Strahlenkanone ist er ebenfalls ganz weit vorne.

Noch mehr fantastisches und ein Geheimnis

Darüber hinaus sind für den Freund fantastischer Themen noch ein energischer Zwergenkrieger und seine etwas gesittetere Elfen-Kollegin dabei. Auch den Gladiator und das Feen-Mädchen mag man hier einreihen – ebenso die “geheime” Figur, ein historischer Straßenräuber, bei dem sich der Grund für seine Geheimhaltung nicht so ganz erschließen will. Aber egal: Schick ist auch diese Figur allemal.

Baguette, Torte, Hotdog und Maiskolben

Doch auch die “mainstreamigeren” Figuren wissen vor allem durch witzige Accessoires zu begeistern. Der Maiskolben-Mann führt eine sehenswerte Riege “kulinarischer” Figuren an – und auch der Yuppie mit seinem uralt-Handy ist klasse.

Was fehlt?

Mit dem Surfer und der Fitness-Dame nicht mehr viel. Das ist jetzt auch nicht gerade eine schmerzhafte Lücke – aber komplett hätte man’s ja schon gern.

Lego Minifiguren Lego-Batman-Sonder-Serie

Batman braucht ein paar Tüten mehr

16 Sammelfiguren? Das reichte Batman nicht. Da mussten es schon 20 sein. Und so brachte Lego mit der Minifiguren-Sondersammelserie zum grandiosen Lego Batman Film die bislang größte Sammelserie an den Start. Bei so vielen Schurken, Sidekicks und Spezial-Batman-Kostümen scheint das auch gerechtfertigt.

Elf Schurken sollt ihr sein

Traditionell verfügt Batman bekanntermaßen über eine besonders zahl- und facettenreiche Schurkenriege, derer er sich in seinen Abenteuer erwehren muss. Ein großer Teil davon wird in auch im Lego Batman Film aufgefahren. Und so verwundert es nicht, dass gut die Hälfte der Sammelfiguren aus Batmans bunter Schurkenschaar stammt. Allen voran der Joker, Harley Quinn und ein großartiger Red Hood. Doch danach flacht es schon deutlich ab. Wer sich Twoface, Catwoman oder den Pinguin erhofft hat, geht leer aus. Der Rest wird mit unbekannteren Gestalten wie Catman, King Tut oder dem Eraser aufgefüllt – was aber durchaus den entsprechenden Gag in dem Film widerspiegelt.

Sidekicks und Spezialkostüme

Komplett gelungen hingegen die Riege der Sidekicks und besonderen Batman-Kostüme. Badeenten- und Glamrock-Batman dürfen in keiner Sammlung fehlen. Ebensowenig Dick Grayson und die beiden Barbara-Gordon-Figuren.

Tauschen?

Wie an der ein oder anderen Stelle angedeutet, habe ich diese Serie komplett. Das gilt jedoch nicht für die anderen.

Lego Minifiguren Serie 16

Banane, Baby und viele Pinguine

Nun gut, es sind streng genommen nur zwei – und einer davon ist eigentlich ein Junge im Pinguin-Kostüm. Wie auch immer, am auffälligsten ist sicher der Bananen-Typ, der in keiner Sammlung fehlen darf. Aufmerksamkeit gebührt aber auch dem Baby, das hier wohl erst zum zweiten Mal in einem offiziellen Set zum Einsatz kommt.

Pfeile, Säbel, Laser und Eisblitze

Freunde des Fantastischen werden sich an der Cyborg-Dame, dem Green-Arrow-Verschnitt und sicherlich auch der Eiskönigin erfreuen. Auch Emo-Vampir, Pirat und Sindbad wissen durchaus zu gefallen.

Was fehlt?

Nichts, diese Sammlung ist komplett.

Lego Minifiguren EM-2016-Sonder-Serie

16 Freunde sollt ihr sein

Naturgemäß kommen die Figürchen etwas eintönig daher. Lediglich Frisuren und Gesichtszüge sowie die Rückennummern machen die Feldspieler unterscheidbar. Aber was will man machen? Immerhin ragen Trainer und Torwart etwas heraus. Jede Figur steht auf einem weißen Brettchen mit vier Weltmeister-Sternchen und hat seinen eigenen Fußball dabei.

Mit leeren Händen

Ansonsten ist Lego mal wieder etwas knickerig in Sachen Accessoires. Der ein oder andere Pokal hätte ja drin sein können – oder ein zweiter Torso mit dem Auswärtstrikot. Dennoch: Die Idee ist nett. Selbst ich nicht-so-Fußball-Fan sammele die Figürchen gern.

Was fehlt?

Mit zehn Feldspielern, die ich mittlerweile mein Eigen nenne, bin ich schon ganz gut dabei. Es müssen aber mindestens noch Trainer und Torwart sein. Obwohl man sowas ja auch irgendwie komplett haben muss.

Lego Minifiguren Disney-Sonder-Serie

Bei einem Besuch im Legoland habe ich gleich sieben Stück auf einen Streich ergattern können, die restlichen kamen später via Tausch oder Zukauf hinzu. Allerdings galt es diesmal, zwei Figuren mehr zu erhaschen.

Von Entenhausen bis Nimmerland

Mit einer Disney-Lizenz kann man natürlich aus dem Vollen schöpfen – was schon jetzt vermuten lässt, dass es nicht bei dieser einen Disney-Serie bleiben wird. Denn sowohl das klassische Entenhausen-Personal als auch alle Kinofilme – erweitert durch das Pixar-Portfolio – geben eine ganze Menge her: Alice im Wunderland, Arielle, Peter Pan, The Incredibles und Toy Story – um nur einige zu nennen. Nicht verwunderlich also, dass es in dieser Serie gleich 18 Figuren einzusammeln gilt – zwei mehr, als sonst üblich. Trotzdem bin ich sicher: da geht noch was.

Donaldistentraum

Als alter Donaldist bin ich von den beiden Vertretern der Duck-Sippe natürlich besonders angetan – auch wenn ich mir über die Lego-Umsetzung des Bürzels noch keine abschließende Meinung gebildet habe. Buzz Lightyear und seinen kleinen außerirdischen Freund kennt man vielleicht schon aus älteren Duplo-Sets. In “Kleinlego” (O-Ton aus der Kitazeit des Nachwuchses) muss man die aber selbstredend auch haben. Ganz großartig natürlich die Grinsekatz. Für meinen Geschmack hätten viele Figuren ein kleines Accessoire vertragen können. Auch wenn die Köpfe von Mäusen und Enten gut gelungen sind – einige Figuren wirken etwas kahl.

Was fehlt?

Auch diese Sammlung kann komplett gemeldet werden.

Lego Minifiguren Serie 15

Im Weltraum hört dich keiner wischen

Als alter Classic-Space-Fan bin ich von dem Astronauten mit der klassischen Fahne natürlich am meisten begeistert. Aber auch über den ultimativen Wrestling-Krieger, den Kendo-Kämpfer, den Hai-Typen und – ja – auch den wischmobschwingenden Hausmeister freue ich mich sehr.

Gut zu Huf

Für das Nerd-Herz geht es mit einem Ritter, einer Art Power-Ranger-Kampfroboter und einem geflügelten Speerträger recht kriegerisch zu. Eine besondere Perle stellt aber der Faun dar, der tatsächlich mit hufförmigen “Sonderbeinchen” daherkommt.

Was fehlt?

Ich bin mit dieser Serie komplett. Was nicht heißen soll, dass ich einem gepflegten Tauschgeschäft bei den anderen Serien abgeneigt wäre.

Lego Minifiguren Serie 14

Pünktlich zu Halloween gruselt’s in der Tüte

Mit Serie 14 probiert Lego wieder was Neues: eine monothematische Sammlung ohne Lizenz-Hintergrund. Und da Halloween naht, dachte man sich: Horror soll es sein! Die Idee ist durchaus nett, kommen wir somit doch in den Genuss einiger Zombies, Geister und Monster. Darunter findet sich ein Werwolf, ein Gargoyl, ein Sasquatch, der Fliegenmensch und die Spinnenfrau, um nur einige zu nennen.

Die sind alle gut

Einzelne Favoriten könnte ich in dieser Serie gar nicht benennen. Der Sasquatch mit der Kamera ist schon ziemlich witzig, ebenso der Fliegenmensch aus dem 50er-Jahre-Film und der Gargoyl. Auf der anderen Seite wird uns hier zum glücklich dritten Mal eine Cheerleaderin präsentiert – immerhin zombifiziert. Wobei das auch Absicht sein kann, hat doch ein findiger Redditor kürzlich in dem Werwolf den Baumfäller aus Serie fünf wiedererkannt.

Was plant Lego noch?

Da drängt sich die naheliegende Frage auf: Welche lizenzlosen Themen-Serien bringt Lego als nächstes? Die ein oder andere Horror-Figur war schon immer in den Sammlungen dabei. Fantasy und Science-Fiction waren aber auch stets vertreten. Da ginge also noch was. Dürfen wir gar auf eine Classic-Space-Serie hoffen? Irgendwann einmal?

Was fehlt?

Hier stehe ich tatsächlich fast am erfolgreichen Abschluss meiner Sammel-Bemühungen. Diese Serie ist ja auch so schick, dass ich sie durchaus gern komplett hätte.

Lesetagebuch: Roland, Ritter Ungestüm

Ich bin gerade wieder zehn Jahre alt. Schon vor fünf Jahren hat Crosscult eine der Lieblings-Comic-Reihen meiner Kindheit in einer schmucken Sammlerausgabe neu herausgebracht. Ich habe sie mir endlich zugelegt und schwelge nun in nostalgischer Verzückung. Doch nicht nur das.

Zeitlos großartig

Es dürfte gut 20 Jahre her sein, seit ich das letzte Mal in den Abenteuern des ungestümen Ritters geschmökert habe (damals noch in den deutschen “Original”-Alben vom Carlsen Verlag – sind leider alle verschütt gegangen). Deswegen hätte es mich nicht gewundert, wenn meine jugendliche Begeisterung von einst mittlerweile etwas abgeklungen wäre. Doch dem war nicht so. Ich bin erneut sehr angetan von den spannenden Geschichten und den großartigen Zeichnungen, die auch ältere Leser in diesen Tagen zu packen wissen. Zumal ich damals nur die ersten acht, neun Hefte besaß und die zweite Hälfte dieses mittelalterlichen Epos gerade erst entdecke.

Historischer Roland?

Es ist natürlich naheliegend, wieso meine Eltern mir in den frühen 80ern die Abenteuer dieses jungen Ritters schenkten. Wobei er im franko-belgischen Original überhaupt nicht Roland heißt. Dort ist er der Chevalier Ardent, was wörtlich wohl ungefähr “feuriger Ritter” bedeutet und in der deutschen Übersetzung in den Untertitel “Ritter Ungestüm” übertragen wurde (“ungestüm” – schönes Wort!). Dabei ist Ardent aber wohl auch sein tatsächlicher Name. Ardent du Walbourgh, aus dem dann (vermutlich zunächst im flämisch/niederländischen und erst dann im deutschen) Roland von Walburg wurde. Daher hat dieser Roland auch nicht das geringste mit dem Paladin Karls des Großen zu tun – und auch sonst weist diese Serie keinen historischen Bezug auf. Das ist aber auch nicht ihr Anspruch.

Idealisiertes Mittelalter

Autor und Zeichner François Craenhals hatte sich ganz bewusst dazu entschieden, ein idealisiertes Mittelalter darzustellen, das so gut wie gar keinen Bezug zu historischen Ereignissen oder Personen aufweist. Da heißt der König des Reiches, aus dem Roland stammt und das irgendwo auf dem Gebiet des heutigen Frankreich liegt, einfach mal Artus. Spätere Andeutungen (Papstnamen, Schisma mit der Ostkirche und so weiter) lassen dann zwar doch eine grobe Einordnung ins 11. Jahrhundert zu – aber auch das darf man nicht allzu ernst nehmen. Autor und Leser gleichermaßen sind somit frei davon, ständig die historische Accuratesse überprüfen zu müssen und können einfach die spannenden Geschichten genießen.

Ritter Roland

Auch der Buchrücken weiß zu entzücken.

Das Beste vieler Welten

Damit nimmt sich Ritter Roland natürlich ganz offensichtlich einen gewissen Prinz Eisenherz zum Vorbild, woraus auch nie ein Hehl gemacht wurde. Craenhals verbindet dies aber mit einem sehr “belgischen” Zeichenstil, der von der ligne claire beeinflusst ist und sehr detailliert und gleichzeitig dynamisch daherkommt. Ob in Kampfszenen oder einfachen Dialogen: Die Charaktere springen einen geradezu an. Nicht ein Panel gerät dadurch langweilig. Überhaupt gelingt es Craenhals in jedem Album große und teils komplexe Handlungsbögen sehr schnell und extrem kurzweilig zu erzählen. Schließlich ist Roland ein sehr rebellischer Held, dessen Haupt-Widersacher weniger die Schwarzen Prinzen, heidnischen Priester oder germanischen Fürsten sind – denn sein eigener König.

Roter Faden – quer durch Europa

Die zahlreichen Abenteuer, die den Helden oft kreuz und quer durch Europa führen (weswegen der Gesamtausgabe auch eine sehr schöne Karte beiliegt), überspannt ein roter Faden, der den Konflikt mit dem Lehnsherrn und König behandelt. Denn natürlich verlieben sich gleich zu Beginn die Königstochter und Roland ineinander – und natürlich verspürt Artus wenig Lust, seine Tochter an einen Kleinadeligen zu verheiraten, der oft unbedacht in Abenteuer aufbricht und sich dann monatelang nicht blicken lässt – selbst wenn er sich durchaus schon oft als große Stütze des Reichs erwiesen hat. Entlang dieses roten Fadens reift der anfängliche Jungritter und wird älter und weniger ungestüm. Die Einzelabenteuer verbinden sich somit zu einem Epos in dessen Mitte ich gerade ungefähr stecke und auf dessen Ende ich sehr gespannt bin.

Lego Minifiguren Simpsons-Sonder-Serie 2

Weiter geht’s mit den Simpsons

Ja, die beliebte TV-Serie hat in den Jahrzehnten ihrer Existenz eine ganze Menge an Personal angesammelt. Grund genug also für Lego, erneut eine Sammelserie in Gelb rauszuhauen. Man traute sich jedoch nicht, auf die titelgebende Familie zu verzichten – Marge, Homer, Bart, Lisa und Maggie sind also erneut dabei, wenn auch in anderen Versionen. Marge, Homer und Lisa haben sich in Schale geworfen, Maggie wurde Haushund Knecht Ruprecht zur Seite gestellt und Bart ist in seiner Bartman-Verkleidung dabei. Durchaus eine gute Lösung. Ebenfalls doppelt übrigens Barts bester Freund Milhouse – hier aber in seinem Fallout-Boy-Kostüm.

Neuzugänge

Somit bleiben zehn Tütchen für komplett neue Figuren – und die haben es durchaus in sich. Top-Favorit ist sicher der Comic-Book-Guy, den man schon in der ersten Serie schmerzlich vermisste. Mr. Smithers und Marges Schwestern sind natürlich gesetzt. Mit dem großartigen Hans Maulwurf ist sogar einer der heimlicheren Stars der Simpsons vertreten. Kenner der Gelben Familie wissen, dass die TV-Serie aber noch Möglichkeiten für etliche weitere Tütchen böte – für meinen Geschmack wäre nun aber eine Futurama-Sonder-Serie dran.

Was fehlt?

Nichts mehr. Sammlung komplett!

Lego Minifiguren Serie 13

Es geht um die Wurst

Herausragendste Figur dieser Sammlung ist diesmal gar nicht so nerdig: Der Typ im Hot-Dog-Kostüm ist einfach großartig. Als alter Säbelschwinger habe ich mich vor allem auch über den Fechter sehr gefreut. Die Samurai- und die Zyklopen-Dame, der Außerirdische, der Space-Ranger, der Ork, der Hexenmeister, der ägyptische Krieger und der König dürfen ebenfalls in keiner geekigen Sammlung fehlen.

Disco is back

Wie schon länger üblich erhalten einige vergangene Figuren ihr weibliches Pendant. Das gilt in dieser Serie schon für die beiden oben genannten Damen und wird noch durch eine Disco-Lady und eine Archäologin ergänzt. Erwähnenswert ist noch das Mädchen im Einhorn-Kostüm.

Was fehlt

Ich bin ich mit meiner Sammlung schon sehr zufrieden – aber nun könnte sie auch gern komplett sein.

Lego Minifiguren Serie 12

Sie präsentiert sich wieder klassisch mit “eigenen” Kreationen. Es ist viel gutes dabei – und ich nenne zur Zeit 14 Stück mein Eigen.

Von Athene bis Zauberer

Die Bandbreite ist wieder einmal groß – und ziemlich viel cooles Zeugs ist dabei. Mit der blondgelockten Athene und der Hungergames-ähnlichen Jägerin sind mindestens zwei sehr unklischeehaft weibliche Nerd-Figuren dabei. Ergänzt durch den Zauberer, den Mongolenkrieger, den Konsolenspieler, das Goth-Mädchen und den Heavy-Metal-Star lässt diese Serie das Geekherz wieder höher schlagen.

An Verpflegung ist gedacht

Sehr nett auch der Pizzabote, ohne den ein echtes Nerd-Leben kaum denkbar wäre. Aber auch sonst hat jede Figur etwas für sich – allerhöchstens der Baywatch-Lebensretter scheint ein Zugeständnis an den Mainstream zu sein.

Was fehlt?

Mit meiner Truppe um den Hightech-Bergmann (oder was das sein soll), kann ich für den Anfang schon recht zufrieden sein – aber das reicht selbstredend noch lange nicht.

Lesetagebuch: DC vs. Marvel / Access von Amalgam-Comics

Na, wer von euch kann sich noch an die 90er erinnern, als wir unsere Comics in D-Mark statt in Euro bezahlten und Panini noch Dino hieß? Zu jener Zeit geschah es, dass sich die verfeindeten Superhelden-Comicverlage Marvel und DC erneut zu einem gemeinsamen Crossover-Event zusammentaten. Das hatten sie in ihrer bewegten Vergangenheit schon öfter getan – dieses Mal war es aber durchaus etwas einzigartiges. Und es sollte das letzte große Ereignis dieser Art für lange Zeit bleiben.

Kleiner Nostalgie-Anfall

Wie komm ich da jetzt drauf? Nun, auf dem letzten Nordcon stöberte ich nichtsahnend in der Auslage eines Händlers, da sprangen mir einige Bände aus jener Reihe ins Auge, die ich noch nicht kannte. Denn damals hatte ich die ersten acht, neun Bände aus dem Hause Dino gesammelt und in durchaus angenehmer nostalgisch-verklärter Erinnerung behalten. Selbstredend musste ich gleich zuschlagen, zu Hause die alte Sammlung vom Boden holen – und damit beginnen, die noch bestehenden Lücken der Sammlung zu füllen.

Die Comics dieser Zeit

Dabei habe ich festgestellt, dass man die Comics von damals gar nicht sooo dolle verklären musste. Die waren schon verhältnismäßig gut und komplex. Es war die Zeit, in der der Hulk groß grün und schlau war (und sich zum Beispiel in der großartigen Maestro-Storyline mit seinem zukünftigen Ich auseinandersetzen musste). Die Zeit, in der Aquaman Vollbart trug und Superman eine Moschermatte (nachdem er kurz zuvor mal wieder von den Toten auferstanden war). Die Zeit, in der Peter Parker kein Spider-Man sondern nur ein Klon war (wurde natürlich später wieder rückgängig gemacht). Die Zeit, in der Wolverine ohne Adamantium auskommen musste. Also durchaus eine gute und spannende Zeit der Superhelden-Comics.

Vom Duell zur Verschmelzung

Zumindest zum Start der DC versus Marvel Reihe ist es mit Komplexität der Handlung allerdings erst einmal nicht so weit her: Aus einem nicht näher erläuterten Grund überlappen sich die beiden Universen und beginnen zu verschmelzen. Aus einem noch weniger erläuterten Grund müssen die Heldinnen und Helden beider Universen in einem Turnier gegeneinander antreten um ihr jeweiliges Universum zu retten. So kloppen sich also Thor und Shazam, Hulk und Superman, Batman und Captain America und so weiter und so fort. Der Ausgang einiger Duelle wurde per Leservotum entschieden, sodass am Ende Marvel mit einem knappen Vorsprung aus dem Rennen ging – allerdings ohne Folgen für die weitere Handlung. Denn die Universen verschmolzen nun komplett – und mit ihnen die Heldinnen und Helden.

Das Amalgam-Universum

Und jetzt wird’s erst richtig interessant. Denn es folgen etliche Hefte aus dem flugs aus der Taufe gehobenen fiktiven Comic-Verlag Amalgam Comics, bei dem so schillernde Helden auftreten wie: Super Soldier (Superman + Captain America), Dark Claw (Batman + Wolverine), Spider-Boy (Spider-Man + Superboy), Iron Lantern (Iron Man + Green Lantern) und viele mehr – wobei stets so getan wird, als blickten diese Helden schon auf hunderte von Heften an Handlung zurück. Das gelingt mal besser mal weniger gut – ist aber immer sehr kurzweilig. Nette Notiz am Rande: Bei Marvel hat das Amalgam-Universum eine offizielle Nummer (ja, die nummerieren ihre Paralleluniversen durch), nämlich Erde-9602 (wobei in einigen Quellen auch die Nummern 496, 692 oder 962 genannt werden). Auf DC-Seite wird es schlicht Amalgam Universe genannt. Aber auch die schönste Verschmelzung hat einmal ein Ende. Der eigens kreierte Held Access erhält in der abschließenden Miniserie gleichen Namens die Aufgabe, die Universen wieder auseinanderzufriemeln.

Was gibt’s alles und wie kommt man da heute ran?

Beides nicht so leicht zu beantworten. Im amerikanischen Original verhält es sich wie folgt:

  • Die erste Miniserie DC versus Marvel (beziehungsweise “Marvel versus DC“) besteht aus vier Bänden und erschien 1996 (wobei 1 und 4 von DC und 2 und 3 von Marvel herausgebracht wurden).
  • Es folgen vier Miniserien aus je sechs Heften, die im Amalgam-Universum spielen und abwechselnd von DC und Marvel herausgegeben wurden – die ersten beiden 1996, die letzten beiden 1997.
  • Schließlich gibt’s noch die je vierbändigen beiden Miniserien All Access (1996/1997), die zwischen der zweiten und dritten Amalgam-Welle erschien und Unlimited Access (1997), die den Abschluss von all dem bildet.

Zu kriegen ist das mit etwas Mühe und Geduld über die üblichen Online-Händler. Leider hab ich’s bei Comixology nicht gefunden. Vor allem letzteres hielt mich davon ab, meine Lücken mit (digitalen) Original-Ausgaben zu füllen.

In der deutschen Übersetzung ist es etwas komplizierter – unter anderem weil die Lizenzrechte von Marvel und DC zu der Zeit nicht wie heute in einer Hand lagen. DC war bei Dino und Marvel bei Marvel Deutschland. Dennoch erschien der Großteil dieser Serie in Deutschland bei Dino. Hinzu kommt, dass sowohl Dino als auch Marvel Deutschland je eine eigene umfangreiche Crossover-Reihe gestartet hatten, in der die gesamte Amalgam-Access-Veranstaltung nur einen kleinen Anteil ausmacht. Und zwar so:

  • Dinos Reihe DC gegen Marvel (ab Band 17 nur noch “DC Crossover”) kommt auf stolze 38 Bände. Nur die Bände 1 bis 13 enthalten die Auftakt-Miniserie, die meisten Amalgam-Geschichten und die All-Access-Reihe (zu deutsch “Access der Wächter”). Bei Band 14 (“Green Lantern gegen Silver Surfer”) bin ich nicht sicher, ob er dazu gehört oder nicht, da es immerhin eine kleine Anspielung auf Access darin gibt (die könnte aber auch nachträglich in der deutschen Übersetzung eingefügt worden sein). Zusätzlich gibt es noch einen Sonderband, in dem weitere Amalgam-Geschichten zusammengefasst sind.
  • Marvel Deutschlands Pendant heißt entsprechend Marvel DC Crossover (ab Band 11 nur noch “Marvel Crossover”) und umfasst insgesamt 33 Bände. Amalgam-Geschichten enthalten nur die Bände 2 bis 4, die Bände 8 bis 10 enthalten die Unlimited-Access-Reihe (zu deutsch: “Die Macht des Access”).

Sammlung Komplett

Hiermit (Stand 17.3.2015) kann ich verkünden: Ich hab sie alle! Die Sammlung ist komplett! In Sachen Amalgam hatte ich früh alles beisammen – da ich über den Amalgam-Komplex dann aber bald hinausgeschossen bin, juckte es mir natürlich in den Fingern, beide deutsche Reihen komplett zu machen. Was hiermit vollbracht ist. Wobei es natürlich am einfachsten gewesen wäre, wenn Panini – hat ja nun beide Lizenzen – einfach den ganzen Kram noch mal neu auflegt.

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