Buchrezi: „Die Allianz – Im Korridor der Sterne“

Alexander Kaiser, ein guter Freund von mir, hat sich vor einer Weile mal am Thema „book on demand“ versucht. Er ist begeisterter SF-Autor und hat bislang nur in recht kleinem Rahmen publiziert. So hat er in der „Perry Rhodan Fan-Edition“ den – mittlerweile leider vergriffenen – Heftroman „Der Normon-Konlikt“ veröffentlicht. Außerdem ist er in den Anthologien des Wurdack Verlags „Deus ex Machina“ (vergriffen?) und „Golem und Goethe“ mit je einer Kurzgeschichte vertreten.

Als „Ace Kaiser“ stellt er seine übrigen Storys in zwei Kurzgeschichten-Bereichen eines Battletech-Forums zur Diskussion.

Die Allianz – Im Korridor der Sterne“ stellt nun seinen ersten Versuch dar, das Verleger-Glück per lulu.com mal selbst in die Hand zu nehmen.

Der Roman lässt sich sehr gut lesen – leider ist es aber nicht Kaisers bestes Werk. Das liegt wohl daran, dass der Urtext über zehn Jahre alt ist und nicht ausreichend streng und kritisch nachbearbeitet wurde. Auch hätte das Layout mehr Sorgfalt erfordert – aber dafür ist es sein erster Versuch im bod-Bereich, weswegen dieser Kritikpunkt nicht so sehr ins Gewicht fallen soll.

Die Handlung selbst ist spannend: eine klassische Space-Opera inklusive Liebesgeschichte. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Die Menschheit hat sich in der Galaxis ausgebreitet und in verschiedene Sternenreiche aufgeteilt. Viele davon führen Kriege gegeneinander. Man muss sich außerdem gegen zahlreiche außerirdische Völker behaupten. Die „Allianz“ ist ein Staatengebilde, in dem man relativ friedlich mit diversen Aliens zusammenlebt. Doch dieser Sternenstaat ist von vielen Seiten bedroht.

Die Hauptfigur Daniel Parker ist ein junger Weltraumsoldat, der in eine gefährliche interstellare Krise gezogen wird. Damit nicht genug, hat er außerdem die Verantwortung für die Prinzessin der Allianz übertragen bekommen, die sich zu allem Übel auch noch in ihn verliebt hat.

Vor diesem Hintergrund kommt es zu zahlreichen Raumschlachten, die sehr ausführlich und plastisch beschrieben werden. Ein bisschen hapert es bei der Handlungslogik, wenn Daniel seine Schutzbefohlene immer wieder in Kampfeinsätze hineinzieht und sie so unnötig in Gefahr bringt.

Mir persönlich war die Story trotz packender Action stellenweise zu schmalzig und seifenopernhaft. Die Protagonisten wirken alle etwas zu übertrieben begeistert und ehrenhaft – während die Gegner allzu gesichtslos bleiben. Dadurch entsteht ein in meinen Augen starker pro-militärischer Pathos, der – nun – Geschmackssache ist.

Um dennoch zu einem versöhnlichen Schluss zu kommen: Das alles liest sich sehr flott und kurzweilig – und die Raumkämpfe sind spannend beschrieben.

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