Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere – Trailer ohne Gänsehaut

Veröffentlicht von Herr Kowski am

Dass heutzutage schon die Teasertrailer ihre eigenen Teasertrailer haben, ist nichts neues – und kommt mir durchaus zupass. So kann ich vor dem „Jump“ den Zehnsekünder und danach den kompletten ersten Trailer des dritten Hobbit-Films bringen. :)
Aber wie dem auch immer sein mag – die ersten Bewegtbilder aus dem langersehnten Abschluss der zur Trilogie aufgeblähten Hobbitverfilmung wissen mich ansonsten so kritiklosen Fanboy (noch) nicht ganz zu packen.

Aber bevor ich euch noch weiter beeinflusse schaut erst mal selbst zwecks Eigenurteilsbildung:

 

Verhaltene Reaktionen

Da der gestern schon überall rumging, habt ihr ihn sicher eh schon gesehen. Die diversen einschlägigen Seiten und Meinungsführer haben eher verhalten bis kritisch auf den Trailer des „Defining Chapters“ reagiert. Man macht es vereinzelt daran fest, dass die Spezialeffekte wohl noch nicht ganz fertig seien, so dass man für den nächsten Trailer durchaus noch auf mehr hoffen könne. Aber auch wenn ich sehr auf mächtig viel Rummsbumms im dritten Film setze und hoffe, hätte ich mir doch ebenso den ein oder anderen wohligen Schauer gewünscht, der in einem ersten Trailer auch ohne besondere Spezialeffekte rüberzubringen wäre. Den Trailern zu den ersten beiden Filmen ist dies gelungen – diesem hier irgendwie nicht …

Ein Film zu viel?

Jaja … zwei Filme hätten’s auch getan. Das Thema hatten wir ja schon. Dennoch glaube ich nicht, dass das das Kernproblem ist – oder wäre. Man kann den vorhandenen Stoff durchaus in drei Filme ausdehnen, wenn man das denn möchte.

Zu weit vom Buch zu nah an den anderen Filmen?

Neben dem fehlenden (oder versemmelten „Waaaarrr“) Gänsehautmoment nerven mich eigentlich nur zwei Dinge: Wieso muss Galadriel da wieder rumrennen – und was soll das mit der Musik?
Zu Galadriel: Ja, ich weiß, was das soll. Cate Blanchet hat einen Vertrag und sie spielt die Rolle ja auch gut. Und Legolas und Tauriel tauchen im Buch ja auch nicht auf. Aber mit den anderen beiden kann ich noch gut leben – schließlich ist Legolas Thranduils Sohn und es wäre eher merkwürdig, wenn er da nicht rumspringen würde, und ein paar mehr weibliche Charaktere tun der Geschichte unwidersprochen gut. Galadriel ist aber eine uralte Noldor, die sich überhaupt nicht mehr um die Geschehnisse außerhalb Lothloriens schert. Was macht die da?
Zur Musik: Warum ist der Trailer mit einer Neuinterpretation von (Edit: Ron weist zu recht darauf hin, dass es keine Neuinterpretation ist.) Pippins Lied unterlegt? Es ist ein Hobbit-Lied, das er für Denethor gesungen hat – ein Lied, das „nicht für große Hallen gedacht“ war. Das hat außerhalb der großartigen Gänsehaut-Szene, in der es gesungen wird, nichts zu suchen.
Beides ist symptomatisch für den offenkundigen Zwang Jacksons, die Hobbit-Filme in Handlung, Bildsprache und sonstigem so eng wie möglich an die Ring-Filme zu binden. Schon im zweiten Teil hat das ohne Not dafür gesorgt, dass einige Szenen nur wie ein schwacher Abklatsch ähnlicher Szenen aus der Ring-Trilogie wirkten – dabei hat der Hobbit so viele eigene Schlüsselszenen zu bieten, die man zu eigenständigen Gänsehautmomenten ausbauen kann.

Die Hoffnung bleibt

Genug gemeckert. Da obige Forderung im bisherigen Material ausreichend oft erfüllt wird, bleibe ich guter Hoffnung, dass der Abschluss der Hobbit-Trilogie der erwartbare Kracher wird – und meine Nackenhärchen noch genug Gelegenheit bekommen, sich aufzurichten. Ich meine, habt ihr die Zwergenkavallerie auf den Widdern gesehen?


Kommentare ( 5 )

  1. AntwortenRon
    Sorry, aber jetzt lass ich tatsächlich mal den Tolkien-Fanboy heraushängen (Sandra, bitte nicht weiterlesen!): Ich weiß nicht, woher Du die These aufstellst, dass Pippins Song („Edge of Night“) für den Trailer neuinterpretiert worden sei. Es ist GENAU die selbe Aufnahme, die man auch im Film hört. Geringfügig neu abgemischt, sicher – habe das eben nochmal mit meinem Soundtrack verglichen, aber da ist absolut nichts Neues. Und gerade dies empfinde ich als einen gelungenen Brückenschlag zwischen den jeweils dritten Franchise-Parts. Das Lied war nicht nur ein Gänsehaut-Moment in RotK sondern schlug in diesem auch einen Bogen für eine Montage dramatischer Ereignisse, die insgesamt die Stimmung Hoffnungslosigkeit übertragen sollten – und das für mich auch schafften. Diese Stimmung hier wieder aufzugreifen finde ich daher sehr gelungen. Und zu dem „Manko“, dass das Lied nur etwas für Denethor sei: Eben dieses Lied wurde selbst in der Geschichte von einen gewissen Bilbo Beutlin an seinen Neffen und dieser an seine Gefährten gelehrt (Zitat via Wikipedia: „a tune that was as old as the hills, and taught it to Frodo as they walked in the lanes of the Water-valley and talked about Adventure“). Den Text des Liedes hat eben dieser Bilbo geschrieben und er basiert auf einem gewissen Abenteuer, dass dieser einst erlebte … Und um jetzt noch mehr zu schockieren: Beim Rest gebe ich Dir recht. ;-)
    • AntwortenAutorRoland
      Das ist tatsächlich der original Gesang? Verrückt! Hatte Pippins Stimme ganz anders im Ohr. Die Tatsache, dass der Song tatsächlich aus Bilbos Feder stammt, hatte ich ehrlich gesagt auch nicht auf dem Schirm. In der Theorie entkräftet das einen Großteil meines Gemeckers natürlich - in der Praxis aber nicht so recht. So gern ich das Lied mag - es trägt zumindest nicht dazu bei, dass mich der Trailer mit dem gewohnten wohligen Schauer erfüllt. Aber wie gesagt: ich glaube gern, dass der richtige Trailer noch mal eine ordentliche Steigerung bringt - und der Film erst recht. Das wird schon!
      • AntwortenRon
        Ich habe es mit meinem Extended Score verglichen und habe es hier nochmal auf Youtube gefunden: https://www.youtube.com/watch?v=WskRAEggqkQ
  2. AntwortenAce Kaiser
    Ich weiß gar nicht, was Du willst, Fanboy - Du wirst den Film ja doch schauen und mit Sternchenaugen rausgehen, so wie auch ich. XDDD
    • AntwortenAutorRoland
      Selbstverständlich werde ich das! :)