Fenster repariert: Wozu eine Telefonzelle alles gut sein kann

Veröffentlicht von Herr Kowski am
Fenster repariert: Wozu eine Telefonzelle alles gut sein kann

Nun ein öffentlicher Bücherschrank: original englische Telefonzelle aus Oadby and Wigston

Na, wer weiß noch, was eine Telefonzelle ist? Ist auch egal. Aber ein ganz besonderes Exemplar in meiner Heimatstadt beherbergt nun einen öffentlichen Bücherschrank.

An der Ulze ist nur selten was los

Vor vier Jahren hatte ich mich mal ganz kurz als Regional-Blogger versucht. Wollte die Welt da draußen über Neues, Skurriles und sonstwie Berichtenswertes aus meiner heimatlichen norddeutschen Speckgürtel-Kleinstadt auf dem Laufenden halten. Das ganze hat nur zwei, drei Posts angehalten, dann hatte ich keine Lust mehr. Nun bin ich kürzlich mehr aus Zufall über eines meiner Themen von damals gestolpert und sehe mich gezwungen, es wieder aufzugreifen. Es geht um eine Telefonzelle.

Zerschlagene Fenster

Damals 2011 hatte ich das Geschenk der britischen Partnerstadt – eine original englische Telefonzelle – eines kleinen Berichts für würdig befunden. Unter anderem deswegen, weil es das Opfer leichten Vandalismus wurde und nach und nach zu verkommen drohte. Wobei ich diesen Vorgang weniger aus der Sicht des besorgten Bürgers denn aus wissenschaftlichem Interesse beobachtet hatte – so als alter Soziologe, der ich bin.

Alles wieder gut

Nun habe ich die Ecke, in der das Ding immer stand, länger nicht besucht. Mein letzter Wissensstand aber war, dass die Stadt auch weiterhin keine Anstalten gemacht hatte, das Geschenk ihrer Partnergemeinde wieder instandzusetzen. Das letzte Bild, das ich davon vor Augen hatte war, dass die Telefonzelle mit einer Kette umschlungen und verriegelt war, das Telefon daraus entfernt worden war – und mindestens zwei Scheiben fehlten. Umso größer meine Freude, als ich das Ding kürzlich im Innern des Rathauses vorfand, wiederhergestellt, aufgehübscht – und einer neuen Bestimmung zugeführt.

Bücher to go

Einer schönen noch dazu: Die einstige Telefonzelle dient nun dem „offenen Büchertausch“, ist also ein öffentlicher Bücherschrank, aus dem sich jeder bedienen darf – wo jeder aber auch Bücher seiner Wahl deponieren kann, damit andere sich daran erfreuen mögen. Ein viel schöneres soziologisches Experiment als das mit den zerschlagenen Fenstern, wie ich finde. Wird sogar bei der Wikipedia in der entsprechenden Liste öffentlicher Bücherschränke in Schleswig-Holstein aufgeführt.

Zurück zu lokalen Themen?

Nun glaube ich nicht, dass das Interesse im Netz an Neuigkeiten aus dem schönen Norderstedt in den letzten vier Jahren deutlich gewachsen wäre. Daher werde ich auch in Zukunft wohl eher sporadisch über vergleichbares bloggen. Weiter also im eskapistischen Text …


Kommentar ( 1 )

  1. AntwortenAce Kaiser
    Ich finde, ab und an ein Speckgürtel-Update ist nicht verkehrt, Tre. ^^