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Lesetagebuch: DC vs. Marvel / Access von Amalgam-Comics

Na, wer von euch kann sich noch an die 90er erinnern, als wir unsere Comics in D-Mark statt in Euro bezahlten und „Panini“ noch „Dino“ hieß? Zu jener Zeit geschah es, dass sich die verfeindeten Superhelden-Comicverlage Marvel und DC erneut zu einem gemeinsamen Crossover-Event zusammentaten. Das hatten sie in ihrer bewegten Vergangenheit schon öfter getan – dieses Mal war es aber durchaus etwas einzigartiges. Und es sollte das letzte große Ereignis dieser Art für lange Zeit bleiben.

Na, wer von euch kann sich noch an die 90er erinnern, als wir unsere Comics in D-Mark statt in Euro bezahlten und „Panini“ noch „Dino“ hieß? Zu jener Zeit geschah es, dass sich die verfeindeten Superhelden-Comicverlage Marvel und DC erneut zu einem gemeinsamen Crossover-Event zusammentaten. Das hatten sie in ihrer bewegten Vergangenheit schon öfter getan – dieses Mal war es aber durchaus etwas einzigartiges. Und es sollte das letzte große Ereignis dieser Art für lange Zeit bleiben.

Kleiner Nostalgie-Anfall

Wie komm ich da jetzt drauf? Nun ja … Auf dem letzten Nordcon stöberte ich nichtsahnend in der Auslage eines Händlers, da sprangen mir einige Bände aus jener Reihe ins Auge, die ich noch nicht kannte. Denn damals hatte ich die ersten acht, neun Bände aus dem Hause „Dino“ gesammelt und in durchaus angenehmer nostalgisch-verklärter Erinnerung behalten. Selbstredend musste ich gleich zuschlagen, zu Hause die alte Sammlung vom Boden holen – und damit beginnen, die noch bestehenden Lücken der Sammlung zu füllen.

Die Comics dieser Zeit

Dabei habe ich festegestellt, dass man die Comics von damals auch nicht sooo dolle verklären musste. Die waren da ja schon verhältnismäßig gut und komplex. Es war die Zeit, in der der Hulk groß grün und schlau war (und sich z.B. in der großartigen „Maestro“-Storyline mit seinem zukünftigen Ich außeinandersetzen musste). Die Zeit, in der Aquaman nen Vollbart trug und Superman ne Moschermatte (nachdem er kurz zuvor mal wieder von den Toten auferstanden war). Die Zeit, in der Hal Jordan keine Green Lantern sondern Parallax und Peter Parker kein Spider-Man sondern nur ein Klon war (wurde natürlich später beides wieder rückgängig gemacht). Die Zeit, in der Wolverine ohne Adamantium auskommen musste. Also durchaus schon eine gute und spannende Zeit für Superhelden-Comics.

Vom Duell zur Verschmelzung

Zumindest zum Start der „DC vs. Marvel“ Reihe ist es mit Komplexität der Handlung allerdings erst einmal nicht so weit her: Aus einem nicht näher erläuterten Grund überlappen sich die beiden Universen und beginnen zu verschmelzen. Aus einem noch weniger erläuterten Grund müssen die Helden beider Universen nun in einem Turnier gegeneinander antreten um ihr jeweiliges Universum zu retten. So kloppen sich also Thor und Captain Marvel, Hulk und Superman, Batman und Captain America usw. usf. Der Ausgang einiger Duelle wurde per Leservotum entschieden, sodass am Ende Marvel glaub ich mit einem knappen Vorsprung aus dem Rennen ging – allerdings ohne Folgen für die weitere Handlung. Denn die Universen verschmolzen nun komplett – und mit ihnen die Helden.

Das Amalgam-Universum

Und jetzt wird’s erst richtig interessant. Denn es folgen etliche Hefte aus dem flugs aus der Taufe gehobenen fiktiven Comic-Verlag „Amalgam Comics“, bei dem so schillernde Helden auftreten wie: Super Soldier (Superman + Captain America), Dark Claw (Batman + Wolverine), Spider-Boy (Spider-Man + Superboy), Iron Lantern (Iron Man + Green Lantern) u.v.m. – wobei stets so getan wird, als blickten diese Helden schon auf hunderte von Heften an Handlung zurück. Das gelingt mal besser mal weniger gut – ist aber immer sehr kurzweilig. Nette Notiz am Rande: Bei Marvel hat das Amalgam-Universum eine offizielle Nummer (ja, die numerieren ihre Parallenuniversen durch) – Erde-9602. Aber auch die schönste Verschmelzung hat einmal ein Ende. Der eigens kreierte Held Access erhält in der abschließenden Miniserie gleichen Namens die Aufgabe, die Universen wieder auseinanderzufriemeln.

Was gibt’s alles und wie kommt man da heute ran?

Beides nicht so leicht zu beantworten. Im amerikanischen Original verhält es sich wie folgt:

  • Die erste Miniserie „DC vs. Marvel“ (bzw. „Marvel vs. DC“) besteht aus vier Bänden und erschien 1996 (wobei 1 und 4 von DC und 2 und 3 von Marvel herausgebracht wurden).
  • Es folgen vier Miniserien aus je sechs Heften, die im Amalgam-Universum spielen und abwechselnd von DC und Marvel herausgegeben wurden – die ersten beiden 1996, die letzten beiden 1997.
  • Schließlich gibt’s noch die je vierbändigen beiden Miniserien „All Access“ (1996/1997), die zwischen der zweiten und dritten Amalgam-Welle erschien und „Unlimited Access“ (1997), die den Abschluss von all dem bildet.

Zu kriegen ist das mit etwas Mühe und Geduld über die üblichen Online-Händler. Leider hab ich’s bei Comixology nicht gefunden. Vor allem letzteres hielt mich davon ab, meine Lücken mit (digitalen) Original-Ausgaben zu füllen.
In der deutschen Übersetzung ist es etwas komplizierter – u.a. weil die Lizenzrechte von Marvel und DC zu der Zeit nicht wie heute in einer Hand lagen. DC war bei „Dino“ und Marvel bei „Marvel Deutschland“. Dennoch erschien der Großteil dieser Serie in Deutschland bei „Dino“.
Hinzu kommt, dass sowohl „Dino“ als auch „Marvel Deutschland“ je eine eigene umfangreiche Crossover-Reihe gestartet hatten, in der die gesamte Amalgam-Access-Veranstaltung nur einen kleinen Anteil ausmacht. Und zwar so:

  • Dinos Reihe „DC gegen Marvel“ (ab Band 17 nur noch „DC Crossover“) kommt auf stolze 38 Bände. Nur die Bände 1 bis 13 enhalten die Auftakt-Miniserie, die meisten Amalgam-Geschichten und die All-Access-Reihe (zu deutsch „Access der Wächter“). Bei Band 14 („Green Lantern gegen Silver Surfer“) bin ich nicht sicher, ob er dazu gehört oder nicht, da es immerhin eine kleine Anspielung auf Access darin gibt. Zusätzlich gibt es noch einen Sonderband, in dem weitere Amalgam-Geschichten zusammengefasst sind.
  • Marvel Deutschlands Pendant heißt entsprechend „Marvel DC Crossover“ (ab Band 11 nur noch „Marvel Crossover“) und umfasst insgesamt 33 Bände. Amalgam-Geschichten enthalten nur die Bände 2 bis 4, die Bände 8 bis 10 enthalten die Unlimited-Access-Reihe (zu deutsch: „Die Macht des Access“).

Sammlung Komplett

Hiermit (Stand 17.3.2015) kann ich verkünden: Ich hab sie alle! Die Sammlung ist komplett!

  • Dino-Reihe: 1 bis 38 sowie den Sonderband 1 KOMPLETT!
  • Marvel-Deutschland-Reihe: 1 bis 33 KOMPLETT!

In Sachen Amalgam hatte ich früh alles beisammen – da ich über den Amalgam-Komplex dann aber bald hinausgeschossen bin, juckte es mir natürlich in den Fingern, beide deutsche Reihen komplett zu machen … Was hiermit vollbracht ist.
Wobei es natürlich am einfachsten gewesen wäre, wenn Panini – hat ja nu beide Lizenzen – einfach den ganzen Kram noch mal neu auflegt …

2 Antworten auf „Lesetagebuch: DC vs. Marvel / Access von Amalgam-Comics“

Am Besten in einem großen Sammelband mit allen Heften. Dafür. ^^V
…Und bei der Gelegenheit können sie die Hulk Maestro-Geschichte auch neu rausbringen. Ich habe ja leider nur das Taschenbuch mit der kompletten Storyline. Über großformatige Bilder würde ich mich mehr freuen…

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